Mercedes-Benz W108
- „die S-Klasse” (1965 - 1972)
Die automobile Oberklasse der 60er und 70er Jahre
Zwei Sonderversionen für den Vatikan
Die Produktion der Typen 250 SE und 300 SE endet mit Beginn des Jahres 1968; als Nachfolger werden im Januar die Typen 280 S und 280 SE vorgestellt, die sich nur in der Motorisierung und in Ausstattungsdetails von ihren Vorgängern unterscheiden. Der neu entwickelte 2,8-Liter-Sechsylindermotor leistet in der Vergaserversion 140 PS (103 kW) und mit Benzineinspritzung 160 PS (118 kW). Eine leistungsgesteigerte Version des Einspritzmotors mit 170 PS (125 kW) wird nicht nur in den Mercedes-Benz 280 SL eingebaut, sondern kommt – ebenfalls von Januar 1968 an - auch im 300 SEL zum Einsatz, wo er den bisherigen 3,0-Liter-Leichtmetallmotor ersetzt.
Technischer Fortschritt anno 1965:
«Die Baureihe W108/W109 hat Scheibenbremsen rundum, ein fortschrittliches Detail im Vergleich zu vielen anderen zeitgenössischen Automobilen. Die Produktion der insgesamt sehr erfolgreichen Baureihe endet im September 1972. Als Nachfolger fungierten die „S-Klasse“-Modelle der Baureihe W116.»
Karosserie-Varianten: 2 Radstände lieferbar
Limousine SEL – Langversion mit 10 cm längerem Radstand, W108
Limousine SEL – Langversion mit Luftfederung, W109
Stahlgefederte Modelle (W 108): 250 S, 250 SE, 280 S, 280 SE, 280 SEL, 300 SE, 280 SE 3.5, 280 SEL 3.5, und 280 SEL 4.5 (US-Version)
Luftgefederte Modelle (W 109): 300 SEL, 300 SEL 3.5, 300 SEL 4.5 (US-Version) und 300 SEL 6.3.
Ein Vierganggetriebe war serienmäßig. Als Sonderwünsche gab es Viergang-Automatikgetriebe oder ab 1969 ein manuelles Fünfganggetriebe für die Sechszylinder, eine sehr selten bestellte Option. Die Achtzylinder haben serienmäßig ein Viergang-Automatikgetriebe mit hydraulischer Kupplung (d. h. kein Drehmomentwandler), oder auf Wunsch (gegen Minderpreis, recht selten geordert) ein handgeschaltetes Vierganggetriebe. Lediglich die ab 1971 ausschließlich in die USA gelieferten 4,5er-Modelle haben eine Dreigangautomatik mit Drehmomentwandler, die dann auch im Nachfolgetyp W116 verwendet wurde.
Optional war ein Sperrdifferential. Der 300 SEL 6,3 hat es serienmäßig.
Das Spitzenmodell: Mercedes-Benz 300SEL 6.3
Im Herbst 1969 wird der Typ 300 SEL mit 2,8-Liter-Sechszylindermotor vom Typ 300 SEL 3.5 abgelöst, dessen Antriebsaggregat ein völlig neu konstruierter „kleiner“ V8-Motor mit 3,5 Liter Hubraum und 200 PS (147 kW) ist. Ab März 1971 kommt dieser Motor auch in den Typen 280 SE 3.5 und 280 SEL 3.5 zum Einsatz; sie haben eine konventionelle Stahlfederung. Der Typ 280 SE mit Sechszylindermotor ist auch weiterhin erhältlich, während der Typ 280 SEL zugunsten des Achtzylindermodells aus dem Programm genommen wird. Ausschließlich für den nordamerikanischen Markt gibt es parallel zum 3,5-Liter-V8-Motor eine hubraumstärkere Variante mit 4,5 Liter Hubraum, die ab Mai 1971 in den Exportmodellen 280 SE 4.5, 280 SEL 4.5 und 300 SEL 4.5 ausgeliefert wird.
Als besondere, nicht auf dem freien Markt angebotene Modellvariante der Baureihen W 108/109 entsteht 1971 die Sonderschutz-Ausführung des Typ 280 SEL 3.5. Nachdem seit der Fertigstellung der beschussgesicherten Mercedes-Benz 600 Pullman-Limousine im Juni 1965 keine sondergeschützten Fahrzeuge bei Daimler-Benz produziert worden sind, geht der Anstoß zur Entwicklung dieser Variante von mehreren Bundesbehörden aus. Durch Überfälle, die im Jahre 1970 auf Diplomaten in Lateinamerika verübt werden, sieht sich das Auswärtige Amt veranlasst, die Dienstwagen verschiedener Missionschefs besonders zu sichern. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist der sondergeschützte Typ 280 SEL 3.5, der zwischen Mai 1971 und September 1972 in 28 Exemplaren produziert und an die besonders gefährdeten Auslandsvertretungen der Bundesrepublik geliefert wird.
Die Produktion der sehr erfolgreichen Baureihen W 108/109 endet im September 1972. Insgesamt werden 383 341 Fahrzeug hergestellt. Nachfolger ist die Baureihe W 116, die erstmals offiziell den Namen S-Klasse erhält.
Die Baureihen W108 und W109 in der Presse
«Die Leichtigkeit, Leisheit und Sanftheit des Fahrens, die Fahrsicherheit bei hohen Geschwindigkeiten und in Kurven, die hervorragende Ausstattung des Innenraums, die Qualität und überlegte Gestaltung auch nebensächlicher Einzelheiten sprechen für sich und stufen den 250 SE unter den Autos der Welt weit oben ein.»
«Wir übernahmen eines der sorgfältig gehüteten ersten Exemplare, das noch nicht mit der Bezeichnung „6.3“ verziert war. Das Fehlen dieser Bezeichnung hat zweifelsohne einige Porsche 911 und 911 S-Fahrer in Verwirrung gebracht, die – sonst Könige der Autobahn – von dem harmlos-distinguiert aussehenden Mercedes abgehängt wurden. Falls einer von ihnen zufällig diese Zeilen lesen sollte: er braucht sein Fahrzeug nicht wegen mangelhafter Leistung beim Werk zu reklamieren.»
Video über die Entstehung (W108 / W109)
aktuelle Marktlage (Stand: 2010 / 2011)
Für Liebhaber der klassischen Mercedes Oberklasse-Limousinen ist dies der Traumwagen schlechthin. Die elegante Karroserie, die Linienführung - bis hin zum Kühlergrill, und den herrlichen Doppelscheinwerfern. (häufig nachgerüstet) Dieses Fahrzeug ist der Inbegriff von Schönheit. Wer einmal in einem W108 saß Platz genommen hat wird von den riesigen Fensterflächen beeindruckt, innen wirkt alles wirklich noch groß, hell und luftig. Das Geräusch wenn diese Türen in's Schloss fallen ist allem erhaben. Einer der schönsten Mercedes aller Zeiten, ein wirklich beeindruckendes Stück automobiler Geschichte.



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