Neuer Fahrsimulator Im Werk Sindelfingen eingeweiht
Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden für Infrastruktur, Fahrsimulator und Klima-Windkanäle 160 Mio. € investiert. Weitere signifikante Investitionen in den nächsten Jahren sind geplant. Zukunftssicher: Herzstück einer 160 Mio.-Euro-Investition am Standort. Reaktionsschnell: Für hochdynamische Fahrmanöver wie Spurwechsel.
Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden für Infrastruktur, Fahrsimulator und Klima-Windkanäle 160 Mio. € investiert. Weitere signifikante Investitionen in den nächsten Jahren sind geplant. Die Erweiterung des Standortes und die Aufwendungen für Spitzentechnologie sind ein sichtbarer Beleg, dass strategische Investments auch und gerade in Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen von der Daimler AG nicht zurückgefahren werden. Damit sichert sich das Unternehmen die Technologie- und Innovationsführerschaft im Premium-Segment.
So funktioniert der Simulator
Der Erprobungsraum ist als Hexapod auf sechs beweglichen Stützen untergebracht. In ihm befindet sich ein komplettes Mercedes-Modell, in dem der Test-fahrer Platz nimmt, sowie die 360°-Projektionswand, auf der der Straßenverkehr realitätsgetreu mit bewegten Fußgängern, Gegenverkehr und Häusern dargestellt wird. Die Steuereinrichtungen des Fahrzeugs sind über Datenleitungen mit der Computersteuerung des Fahrsimulators verbunden. Lenkt der Testfahrer, gibt er Gas oder betätigt er die Bremse, werden diese Reaktionen von der Computersteuerung registriert und haben Auswirkungen wie im realen Verkehr. Die dargestellte Szenerie ändert sich ständig, und der bewegliche Raum simuliert die Lage des Autos zum Untergrund, beispielsweise das Einnicken beim Bremsen oder Seitenneigung bei schneller Kurvenfahrt. Über 1.000-mal pro Sekunde berechnet der Computer das Fahrverhalten des Autos und erteilt der Elektrik die entsprechenden Befehle. Sie bewegt die Anlage mit einer Geschwindigkeit von maximal zehn Metern pro Sekunde (36 km/h) um bis zu zwölf Meter in Querrichtung, sodass beispielsweise auch Doppelspurwechsel simuliert werden können.
Als Sicherheitspionier hat Mercedes-Benz eine Vorreiterrolle bei Simulatoren. Bereits vor 25 Jahren, am 10. Mai 1985, wurde im Daimler-Benz Forschungs-zentrum in Berlin-Marienfelde der erste, selbst entwickelte Fahrsimulator eingeweiht. Bilder vom ersten Fahrsimulator finden sich auf fuenfkommasechs.de im Bereich Forschung (runter scrollen)
Investition in Spitzentechnologien
„Die Erweiterung des Mercedes-Benz Technology Centers am Südlichen Mittelpfad ist ein sichtbarer Beleg für unsere Strategie, die Technologie- und Inno-vations-Kompetenzen am Standort Sindelfingen kontinuierlich auszubauen“, so Prof. Dr. Eberhard Haller, Standortverantwortlicher und Leiter des Mercedes-Benz Werkes Sindelfingen. Mit seiner 360°-Leinwand, dem schnellen elektrischen Antrieb sowie der zwölf Meter langen Schiene für Bewegungen in Querrichtung ist der Bewegt-Simulator der leistungsfähigste in der Automobilindustrie. Ebenso fortschrittlich: Ein Teil der zum Antrieb des Simulators benötigten Energie wird beim Bremsen mit Hilfe der so genannten Rekuperation zurückgewonnen und in das Stromnetz des Werkes Sindelfingen eingespeist.
„Durch den neuen Fahrsimulator können wir hochdynamische Fahrmanöver wie Spurwechsel noch realistischer nachbilden und so das Verhalten von Fahrer und Fahrzeug im Straßenverkehr noch intensiver erforschen“, erläutert Dr. Weber. Reale Testfahrten kann und wird die Anlage nicht vollständig ersetzen. Aber im Simulator lassen sich Systeme und Komponenten künftiger Mercedes-Modelle in allen Entwicklungsphasen erproben. Zusätzlich wird der Fahrsimulator z.B. auch für Tests mit Probanden eingesetzt. Dabei können sich normale Autofahrer gefahrlos dem fahrphysikalischen Grenzbereich nähern und so den Mercedes-Ingenieuren Aufschluss geben über Akzeptanz und Bedienung neuer Sicherheitssysteme.
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