Mercedes-Benz W163
- „die erste M-Klasse” (1997 - 2005)
1997 kam nicht nur ein neues Modell auf den Markt
Seit 2005 wird auch die nachfolgende M-Klasse (W 164) in Alabama hergestellt, nach einer Kapazitätsausweitung ebenso die R-Klasse (W 251) sowie seit 2006 die GL-Klasse (X 164). Tuscaloosa ist das erste Werk für die Produktion von Personenwagen der Marke Mercedes-Benz außerhalb Deutschlands. Bei den in diesem Werk gebauten Fahrzeugen kam es Anfangs für Mercedes bis dahin ungewohnten Qualitätsmängeln. Aufgrund der hohen Nachfrage nach dem Modell und der Qualitätsmängel im Serienanlauf wurde eine relativ geringe Anzahl der Fahrzeuge auch in Graz bei Steyr-Puch gefertigt. Diese Fahrzeuge waren zwar auch nicht fehlerfrei, aber in der Qualität deutlich besser als ihre amerikanischen Pendants.
Obwohl das Modell „M-Klasse“ heißt, werden die Modelle unter der Bezeichnung „ML XXX“ (zum Beispiel ML 320) verkauft. Damit sollen etwaige Verwechslungen mit den sogenannten BMW M-Modellen vermieden werden.
Entscheidung für Amerika
Das Werk entsteht für ein vollkommen neues Auto. Im Januar 1996 zeigt die Marke die Studie AA Vision auf der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit. Das Fahrzeug nimmt wichtige Aspekte der M-Klasse vorweg und wird mit dem Preis „Best of Show“ ausgezeichnet. Ihre Europapremiere hat die AA Vision wenige Wochen später auf dem Genfer Automobil-Salon. Hier stellt Mercedes-Benz auch erstmals den Namen der künftigen Baureihe vor: Sie wird M-Klasse heißen. Für die Entwicklung ist die 1994 gegründete Mercedes-Benz U.S. International, Inc. (MBUSI) mit Sitz in Tuscaloosa zuständig.
Das neue Modell ist ein Meilenstein in der Produktoffensive von Mercedes-Benz: 1997 stellt die Stuttgarter Marke auch den CLK und die A-Klasse vor. Die komfortable M-Klasse ist gleichermaßen für den Asphalt- und den Geländebetrieb konzipiert, sie basiert auf einem Chassis mit separatem Rahmen aus geschlossenen Kastenprofilen. Hilfsrahmen für die vordere und hintere Radaufhängung sowie zehn Gummilager dämpfen die Übertragung von Straßenunebenheiten und Geräuschen auf die Karosserie.
Erfolgsmodell M-Klasse
In Europa ist die M-Klasse auch als ML 230 mit Vierzylindertriebwerk (150 PS/110 kW) zu haben. Topmodell ist zunächst der 1998 präsentierte ML 430 (270 PS/199 kW), bis AMG 1999 den ML 55 AMG vorstellt, dessen Motor 347 PS (255 kW) leistet. Im selben Jahr hat auch die Diesel-Variante ML 270 CDI mit einem 163 PS (120 kW) starken Reihenfünfzylinder-Motor Premiere; sie erweist sich insbesondere in Europa als äußerst erfolgreich.
1999 investiert Mercedes-Benz rund 80 Millionen Dollar in die Erweiterung der Kapazitäten in Tuscaloosa. Und die M-Klasse wird mit dem „World Car Award“ ausgezeichnet, der für das ideale Welt-Auto vergeben wird. Zahlreiche weitere Preise folgen. 1999 sind bereits rund 100 000 Fahrzeuge der Baureihe verkauft worden. Im August 2000 entscheidet DaimlerChrysler, nochmals mehr als 600 Millionen Dollar in das Werk zu investieren, um die jährliche Produktionskapazität auf rund 160 000 Fahrzeuge zu steigern. Mittlerweile wird die M-Klasse in 135 Länder weltweit verkauft.
Das Konzept AAV
Die M-Klasse ist auf Freizeitaktivitäten ausgerichtet. Ein Dachträger-system nimmt z.B. Fahrräder, Surf- oder Snowboards auf. Der hintere Stoßfänger enthält eine versenkbare Anhängekupplung. Die Hecktür des Konzeptfahrzeugs trägt das Reserverad und Lautsprecher der Marke Bose, die gedreht werden können, um außerhalb des Autos Musik zu hören.
Neu ist der permanente Allradantrieb der AA Vision. Er wird von einer Elektronik gesteuert, die mangelnden Grip an einem Rad erkennt und das Drehmoment so auf die übrigen Räder verteilt. Die AA Vision hat rundum Einzelradaufhängung.
2001: Die Modellpflege
Nachfolgend eine Auflistung der maßgeblichen Änderungen:
- Scheinwerfer in Klarglasoptik mit Projektionsscheinwerfern
- Seitenblinker von den Kotflügeln in die Außenspiegel integriert
- Außenspiegelblinker wurden in Klarglasoptik gestaltet
- neue Heckleuchten in Brillantoptik
- neue Frontschürze mit Klarglasnebelscheinwerfern
- neue Heckschürze und neue Seitenschweller
- Rammschutzleisten in Wagenfarbe lackiert
- neue Leichtmetallfelgen (statt 16" jetzt 17")
- Heckklappe und Kühlergrill mit Chromleiste, je nach Motor
- ML 500 jetzt mit 215 kW (292 PS) und 440 Nm
- ML 400 CDI jetzt mit 184 kW (250 PS) und 560 Nm
- Aufwertung des Innenraums
Die Sondermodelle
Ende 2002 wurde das limitierte Sondermodell Inspiration verkauft, welches sich durch exklusive Optikausstattung abgrenzte:
- 17-Zoll-Breitreifen
- Grill / Lüftungsgitter vorne silbern lackiert (ähnlich AMG-Modell)
- Sportsitze vorne (vom AMG-Modell)
- Leder Anthrazit mit hellgrauen Ziernähten
- erweiterte Lederausstattung
- Kombiinstrument mit Chromringen und weißen Zeigern
- Veloursfußmatten mit dem Logo Inspiration
- wählbare Lacke: Brillantsilber, Obsidianschwarz, Schwarz, Tansanitblau oder Travertinbeige
- Zierteile in Pappel-Schwarz (Designo)
- Zierleisten mit dem Logo Inspiration
- abgedunkelte Heckleuchten
- silber lackierter Kühlergrill mit Chromeinlagen
- zwei Powerdomes auf der Motorhaube (wie AMG-Modell)
- neue Leichtmetallfelgen im Fünf-Speichen-Design
- Dachreling aus Aluminium
- Türgriffe mit Chromeinlage
- Heckklappe mit Chromleiste
- Rammschutzleisten mit Schriftzug „Final Edition“
- optionaler Styling-Bügel in Wagenfarbe lackiert
- Lackierung auf Wunsch in Cubanitsilbermetallic
- Chromapplikationen und mehr Leder im Innenraum
- Kombiinstrument hat Chromringe mit weißen Zeigern
- Sportsitze in Leder mit Alcantara
- Holzapplikationen in Birke in heller Maserung
- Veloursfußmatten mit dem Logo „Final Edition“
- Sitzheizung
- Lederausstattung
Video über die Entstehung (W163)
aktuelle Marktlage (Stand: 2010 / 2011)
Die M-Klasse W163 wird aktuell als Gebrauchtwagen gehandelt. Preise für gebrauchte Fahrzeuge beginnen derzeit bei etwa € 6.500,- (Stand 11/2010) Fahrzeuge nach der Modellpflege sind (wie üblich) entsprechend teuer. Beim Kauf sollte man unbedingt darauf achten ein besonders gepflegtes Exemplar zu erwischen - Qualitätsmängel sind, besonders bei der ersten Serie (Daimler Chrysler...) keine Seltenheit. Viele Kinderkrankheiten wurden jedoch bereits im Zuge der Wartung durch den Erstbesitzer behoben. Die meisten angebotetenen M-Klassen stehen noch durchwegs gut da.
Produktionszahlen & Nachfolger
Der Nachfolger: Der Nachfolger, W164 ist gerade als Neuwagen beim örtlichen Mercedeshändler zu bestaunen. Weitere Informationen zu diesem Modell demnächst hier.



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